Die Europäische Zentralbank veröffentlicht jeden Handelstag gegen 16:00 Uhr einen Referenzkurs für rund 30 Währungen gegenüber dem Euro. Es ist ein Festkurs, der aus den Notierungen mehrerer Marktteilnehmer zu einem festen Zeitpunkt ermittelt wird — kein Kurs, zu dem tatsächlich gehandelt wird. Für Devisengeschäfte, Überweisungen und Kartenzahlungen gelten die Kurse der Banken und Zahlungsdienstleister; sie enthalten Aufschläge, die je nach Anbieter zwischen wenigen Zehntelprozent und mehreren Prozent liegen.
Für Anleger mit deutschen Aktien ist der Wechselkurs vor allem bei ausländischen Beteiligungen relevant: Ein DAX-Unternehmen, das einen großen Teil seines Umsatzes in Dollar erwirtschaftet, profitiert von einem schwachen Euro — und leidet, wenn der Euro steigt. Umgekehrt belastet ein starker Dollar Firmen, die Vorprodukte in Fremdwährung einkaufen. Der Effekt ist in der Gewinnentwicklung oft größer als die reine Umrechnung vermuten lässt, weil zusätzlich Absicherungsgeschäfte und Bewertungseffekte wirken.
Die Tabelle oben zeigt die Entwicklung in Prozent. Wichtig ist die Richtung: Steigt der Wert, wird der Euro gegenüber dieser Währung stärker. Sinkt er, war der Euro schwächer — bei Währungen mit hoher Inflation, etwa der Türkischen Lira, sind große Prozentzahlen deshalb kein Zeichen von Stärke, sondern der Ausdruck unterschiedlicher Inflationsraten.
Grenzen: Referenzkurse sind Momentaufnahmen eines Tages und bilden keine Intraday-Bewegungen ab. Sie sind kein Handelsignal, keine Prognose und keine Empfehlung. Wer Währungsrisiken absichern will, findet die Grundlagen im Ratgeber: Währungsrisiko bei Aktien und Aktien und Anleihen im Vergleich.